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04.03.2020

Bei Verdacht auf Corona erst einmal den Hausarzt oder die 116 117 anrufen

Bei Verdacht auf Corona erst einmal den Hausarzt oder die 116 117 anrufen

Im Nachbarkreis Paderborn gibt es die ersten Corona-Verdachtsfälle, entsprechend groß ist die Sorge auch bei der Bevölkerung im Hochsauerland. Die Unsicherheit treibt in den letzten Tagen viele Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser oder in die Hausarztpraxen. Doch diese sind der falsche Anlaufpunkt, denn gerade in vollen Wartezimmern können sich Viren, sei es das neue Sars-CoV-2 oder die gerade kursierenden Grippeviren, schnell aus-breiten und weitere Menschen anstecken.

Der Chefarzt der Inneren Medizin im St.-Marien-Hospital Marsberg Dr. med. Norbert Bradtke rät zur Besonnenheit: "Das Risiko, dass Sie mit dem Corona-Virus infiziert sind, wenn Sie Krankheitszeichen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber verspüren, ist zum aktuellen Zeitpunkt gering. Sollten Sie jedoch den berechtigten Verdacht haben, am Corona-Virus erkrankt zu sein, etwa weil Sie aus einem Risikogebiet gemäß der Definition des Robert-Koch-Instituts zurückkehren oder in den letzten 14 Tagen Kontakt mit einer nachweislich infizierten Person hatten und grippeähnliche Symptome verspüren, rufen Sie bitte erst Ihren Hausarzt oder die 116 117 an." Der Hausarzt bzw. die im Ärztlichen Bereitschaftsdienst diensthabenden Kollegen stimmen sich dann eng mit dem Gesundheitsamt ab, gegebenfalls veranlasst das Gesundheitsamt einen Abstrich. Das Untersuchungsergebnis ist in der Regel innerhalb von 24 Stunden verfügbar. Bis das Ergebnis vorliegt, sollten Betroffene das Haus nicht verlassen. 

Die Notaufnahme des Krankenhauses sei auch deshalb die falsche Anlaufstelle, weil die Tests hier im Regelfall gar nicht durchgeführt und die Patienten wieder nach Hause geschickt würden - mit dem Auftrag ihren Hausarzt anzurufen. Außerhalb der Öffnungszeiten der niedergelassenen Hausärzte ist die Telefon-Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 zu wählen. 

Wer die typischen Symptome wie Fieber, Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen verspürt, sei wahrscheinlicher an einer Grippe oder einem Virusinfekt erkrankt als am Corona-Virus, so der hausärztlich tätige Internist des MVZ Westheim Klaus Striepeke. Denn die Grippewelle steige derzeit im HSK massiv an. "Grundsätzlich empfehlen wir allen Bürgerinnen und Bürgern auf eine gute Händehygiene, d.h. sorgfältiges Händewaschen, eine 'Husten- und Nies-Etiquette‘ (nicht in die Hand, sondern in die Ellenbeuge niesen sowie keine Personen anhusten oder anniesen) sowie auf das Einhalten eines Abstands zu Erkrankten zu achten. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle derzeit überall und jederzeit angeraten", betont Dr. med Ralf Beyer, Ärztlicher Direktor St.-Marien-Hospitals Marsberg. Eine weitere sinnvolle Maßnahme sei es, auf den Händedruck als Begrüßungsritual zu verzichten und sich stattdessen freundlich anzulächeln.     

Besucherbeschränkung im St.-Marien-Hospital Darüber hinaus ergreift das St.-Marien-Hospital Marsberg wie auch die Paderborner Akutkrankenhäuser eine weitere wichtige Vorsichtsmaßnahme: Mit sofortiger Wirkung gilt eine Beschränkung für Besuche bei Grippe-Patienten und auf der Intensivstation, da Besucher nicht mit der nötigen Schutzkleidung ausgestattet werden können. 

Bei Mundschutzen und Einmal-Schutzkitteln seien hier Lieferengpässe absehbar. "Aus diesem Grund halten wir Schutzmaterialien zwingend den Ärzten und Pflegefachkräften vor, um mit unseren Vorräten sorgfältig hauszuhalten", so Dr. med. Ralf Beyer. "In begründeten Fällen, zum Beispiel bei Patienten, die im Sterben liegen, machen wir selbstverständlich Ausnahmen." 

Die Ärzte des St.-Marien-Hospitals rufen die Besucher zu verantwortungsvollem Handeln auf. Wer erkältet ist, sollte von Besuchen in Krankenhäusern, wo viele geschwächte Personen liegen, absehen.

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