03.03.2025
St.-Marien-Hospital Marsberg gewinnt Deutschen Arbeitsschutzpreis 2025
Gemeinsame Auszeichnung mit der FH Münster für die Entwicklung eines automatisch fahrenden Rollstuhls
Ergotherapeutin Marion von Rüden und Physiotherapeutin Kristin Schulte können es noch gar nicht fassen: Sie haben in Berlin zusammen mit Leon Wösting und Prof. Dr.-Ing. David Hochmann von der FH Münster den mit 10.000 € dotierten Deutschen Arbeitsschutzpreis in der Kategorie „persönlich“ entgegengenommen.
„Wir waren schon unglaublich stolz darauf, dass wir ein
interdisziplinäres Expertenteam von unserem selbstfahrenden Rollstuhl
überzeugen konnten, so dass wir für den Preis nominiert wurden. Dass wir ihn nun
auch gewonnen haben – das ist wirklich überwältigend“, jubelt Physiotherapeutin
Kristin Schulte.
Sie und ihre Kollegin, Ergotherapeutin Marion von Rüden, haben gemeinsam
mit Leon Wösting vom Labor für Biomechatronik der FH Münster einen Aufsatz für
einen Rollstuhl entwickelt, der den Rollstuhl motorisiert und
geheingeschränkten Menschen mittels eines Markers spurgenau folgt: So haben
Patienten bei der Gangschule jederzeit eine sichere Sitzgelegenheit zum
Ausruhen. Bisher ziehen die Therapeutinnen in gebückter Haltung einen Rollstuhl
manuell nach, während sie gleichzeitig dem Patienten Halt und Stabilität
geben.
„Dieser Preis und natürlich vor allem der selbstfahrende Rollstuhl sind ein tolles Beispiel dafür, wie Theorie und Praxis sich ergänzen: Gebaut wurde der Prototyp von Ingenieuren an der FH Münster. Ohne die intensive Zusammenarbeit mit den beiden Therapeutinnen und ihrem Blick für die Praxis wäre dieser tolle Rollstuhl nicht dabei herausgekommen“, freut sich Oberärztin Dr. Ulrike Sprenger, die das Projekt von Anfang an mit begleitet hat.
Wie es mit dem selbstfahrenden Rollstuhl weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Die Entwickler suchen eine Firma, mit der sie den bisher einzigen Prototypen zur Marktreife bringen und damit für viele Einrichtungen – auch für das St.-Marien-Hospital – zugänglich machen können.
Ein großes Lob gab es auch von der Berufsgenossenschaft für
Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), die bei der Nominierungsjury für
den Deutschen Arbeitsschutzpreis vertreten war. Dr. Christoph Willeke von der
BGW überreichte dem Team des St.-Marien-Hospitals bei der Verleihung in Berlin
eine Auszeichnung für vorbildliches Engagement für Sicherheit und Gesundheit
bei der Arbeit.
„Wir sind stolz auf unsere Mitarbeitenden“, betont der stellvertretende
Direktor Unternehmenskultur des St.-Marien-Hospitals, Heinrich Lake. „Es ist
beeindruckend, was Teamarbeit möglich macht.“

FOTO: DASP/J. Konrad Schmidt

